Freundeskreis - Sr. Bernardis

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Kurze Lebensbeschreibung - Sr. Bernardis

Sr. Bernardis und der Freundeskreis

Wer war Sr. Bernardis?

Sr. Bernardis wurde am 29. 9. 1941 in Karlsdorf bei Bruchsal als zweites von sieben Kindern geboren. Noch am gleichen Tag wurde sie getauft. Ihre Eltern Hermann und Lisa Weschenfelder gaben ihr den Namen Erharda, den Namen ihrer Großtante, einer Ordensfrau der Schwestern vom Göttlichen Erlöser.
Die Kindheit von Erharda war geprägt von Armut. Allerlei anfallende Arbeiten mussten sie und ihre Geschwister mittragen. Am 1.4.1951 durfte sie zum ersten Mal zum Tisch des Herrn treten
Am 14.3.1955 wurde sie von Bischof Augustin Olbert (1895-1964), einem Steyler Missionar, gefirmt. Dieser war nach seiner Ausweisung aus China in der Erzdiözese Freiburg tätig.
Nach der Volksschule besuchte Erharda bis 1958 eine Landwirtschaftliche Berufsschule. Danach arbeitete sie zunächst in einer Papierfabrik. Da sie jedoch in Statur und Gesundheit schwächlich veranlagt war, wechselte sie zu ihrer Großtante nach Worms in die Schwesternstation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser.
Sie begann als Helferin in einem Kindergarten. Wegen ihrer Aufmerksamkeit und Frömmigkeit fiel sie einem Priester auf, dem späteren Geistlichen Rat und Monsignore Wilhelm Heininger (1923-2017): Dieser vermutete in Erharda eine Berufung zum Ordensleben.
Auf seinen Vorschlag hin wurde sie daher im St. Marienstift zur Krankenschwester ausgebildet. Dieses Krankenhaus war den Schwestern vom Göttlichen Erlöser anvertraut.
In Erharda festigte sich in der Tat der Ruf zum Geweihten Leben: 1965 trat sie im Provinzialmutterhaus in Bühl den Schwestern vom Göttlichen Erlöser bei. Da sie seit einer Wallfahrt nach Frankreich (1963) von der heiligen Bernadette Soubirous (1844-1879) beeindruckt war, nahm sie bei ihrer Einkleidung am 14.9.1965 den Namen Bernardis an.
Am 14.9.1967 legte sie ihre Zeitliche Profess, und am 20. 10. 1973 ihre Ewige Profess ab.
Im Jahre 1969 kam Sr. Bernardis nach Karlsruhe ins Herz-Jesu-Stift, wo die Schwestern ihres Ordens damals eine Ambulanz, einen Kindergarten und eine Nähschule unterhielten. Durch Sr. Bernardis sollte das Herz-Jesu-Stift in den folgenden Jahren eine große Prägung erfahren.
Die leitende Idee der Gründerin der Erlöserschwestern, der seligen Mutter Alfons Maria Eppinger (1814-1867) leitet: „Mit überraschender Kühnheit auf die Nöte der Zeit eingehen“. Diese Idee verwirklichte Sr. Bernarids Schritt für Schritt.
Zunächst gründete dort Sr. Bernardis die erste kirchliche Sozialstation in Baden-Württemberg mit zehn Schwestern, die in städtische Stützpunkte entsandt wurden. Sie leitete dieses Pilotprojekt, das bis 1986 bestand. Über viele Jahre hin - von 1988-1990 und von 1993-2004 - war sie in Karlsruhe auch Oberin.
Im Heiligen Jahr der Erlösung (1982/83) wurde das Herz-Jesu-Stift zu einem „Haus der offenen Tür für die Nöte der Zeit“: Der eigentliche Sendungsauftrag begann. Unter dem Leitwort „Öffnet dem Erlöser die Türen“ wurde in einem Kellerraum unter Gewölben eine Krypta als Gottesdienstraum eingerichtet- In diesem war der Tabernakel immer wieder für die eucharistische Anbetung geöffnet. So wurde das Herz-Jesu-Stift zu einem geistlichen Zentrum, wo im Laufe der Jahre viele Menschen Hilfe fanden.
Niemand wurde abgewiesen, weder bei Tag noch in der Nacht. Neben der Heiligen Messe, den Gebetszeiten und der Eucharistischen Anbetung war der Tageslauf von Sr. Bernardis sehr gefüllt mit seelsorglichen Einzelgesprächen. Ein hohes psychologisches Gespür, gestützt von fachlicher Fortbildung, kam ihr dabei zugute. Sie verband dies tiefgehend mit dem Licht des Glaubens und konnte so der inneren Heilung vieler Menschen dienen.Zu ihrem Wirken gehörte auch Gefängnisseelsorge. Um Sr. Bernardis bildete sich ein Mitarbeiterkreis von etwa fünfzig Frauen und Männern. Auf dem Gelände des Herz-Jesu-Stiftes entstand auch ein „Pater-Pio-Haus“ für Obdachlose, für dessen Finanzierung Sr. Bernardis einen eigenen Verein ins Leben rief. In diesem Haus wurden die armen Menschen verköstigt, erhielten Kleidung, konnten duschen und Wäsche waschen. Die Sorge für die Obdachlosen beinhaltete auch nicht wenige Behördengänge. In einem eigenen Zimmer konnten sogar Kranke oder Mütter mit Kindern für kurze Zeit unter-gebracht werden.
Des Weiteren hat Sr. Bernardis im Laufe der Zeit mehrere Gebetsgruppen ins Leben gerufen und geistig geprägt. 1995 wurde der Grundstein gelegt zur Entstehung eines „Eucharistischen Gebetsnetzes“, das viele Gebetsgruppen zusammenfasst: Sozusagen von Altar zu Altar über die Erde gespannt, soll dieses Netz die Menschen für die Erlösung gewinnen, als Gegenkraft gegen das Netz des Bösen. Sr. Bernardis war diesbezüglich inspiriert von den Worten Jesu aus dem Johannesevangelium: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben“ (Joh 6,56f.).
Dem entspricht folgender Leitgedanke von Sr. Bernardis für das Eucharistische Gebetsnetz: „In der Heiligen Eucharistie bleibt Jesus bei uns, bleiben wir auch bei ihm!“
Als ihre Zeit als Oberin abgelaufen war, führte der Weg Sr. Bernardis in die Ukraine: Im dortigen Schönborn, einem Ort deutscher Aussiedler im Süden von Mukachevo, konnte somit von 2004 an ihr Wirken weiterhin erblühen und Frucht tragen. Zusammen mit der dort bereits tätigen Gemeinschaft Stabat Mater (in Deutschland in Bad Herrenalb) setzte Sr. Bernardis ihren aufopferungsvollen Dienst des Gebetes und der Nächstenliebe für die „Ärmsten der Armen“ unermüdlich fort.
Der Bischof von Mukachevo, Antal Majnek OFM, war hocherfreut und voll des Lobes ob des Segens, der seine Diözese getroffen hatte.
Gezeichnet von schwerer Krankheit, suchte Sr. Bernardis 2010 noch ärztliche Hilfe in der deutschen Heimat. Aber am 28. November 2010, dem ersten Adventssonntag, rief der göttliche Erlöser seine treue Dienerin heim in sein ewiges Reich. Zum Requiem und zur Beerdigung war die Kirche des Provinzialmutterhauses der Schwestern vom Göttlichen Erlöser in Bühl überfüllt. Aus der Ukraine war sogar eigens eine Abordnung angereist, die durchklingen ließ, dass Sr. Bernardis dort von sehr vielen Menschen – auch vom Bischof – als „Heilige unserer Stadt“ verehrt wird und, dass man sie mit Mutter Teresa von Kalkutta vergleicht.
Ähnliches spürten auch viele Gläubige, die Sr. Bernardis in Deutschland kennengelernt hatten.
Sowohl in Deutschland, als auch in der Ukraine, lebt das geistliche Erbe von Sr. Bernardis in verschiedenen Gebetsgruppen fort. So strahlt vieles von dem, was Sr. Bernardis in ihrem Leben aufgebaut und zum Blühen gebracht hat, bis heute weiter.
~ (Entnommen aus dem Betrachtungsheft "Rosenkranz der Erlöserliebe" (Sr. Bernardis-Rosenkranz) von Pater Johannes Nebel FSO)